Der Radetzkymarsch von Joseph Roth, jener groĂartige Roman, in dem eine Gestalt der Geschichte, die österreichische Monarchie, durch die Sprache des Dichters der VergĂ€nglichkeit entrissen ist, erfĂ€hrt durch den Roman Der stumme Prophet eine seltsame ErgĂ€nzung: der Abgesang nicht auf eine gewesene Gestalt der Geschichte, sondern melancholische Resignation, gegenĂŒber einer mĂ€chtigen, in die Erscheinung der Geschichte getretenen Utopie von dem Reich der Gerechtigkeit, in dem alle Menschen BrĂŒder sind. 1929 ist Der stumme Prophet geschrieben.Schon zu diesem Zeitpunkt ist fĂŒr Roth der Traum vom Aufgang des Reiches des groĂen Friedens erloschen. Das, was Friedrich Kargan, die Hauptfigur des Romans, erfĂ€hrt, ist nicht die normale Tragik des RevolutionĂ€rs, der als ein Kind der Revolution ihr Opfer wird, sondern die resignierende Einsicht in die Unmöglichkeit, durch die gewissenlose Anwendung revolutionĂ€rer Macht eine Welt zu schaffen, die schöner, edler und gerechter werden kann, als die alte war. Der SchlĂŒssel zum Paradies paĂt nicht in schmutzige HĂ€nde. Die historische Notwendigkeit, die Friedrich Kargan angebetet hat, enthĂŒllt sich als ein historisches Verbrechen am Humanen.
Der Radetzkymarsch von Joseph Roth, jener groĂartige Roman, in dem eine Gestalt der Geschichte, die österreichische Monarchie, durch die Sprache des Dichters der VergĂ€nglichkeit entrissen ist, erfĂ€hrt durch den Roman Der stumme Prophet eine seltsame ErgĂ€nzung: der Abgesang nicht auf eine gewesene Gestalt der Geschichte, sondern melancholische Resignation, gegenĂŒber einer mĂ€chtigen, in die Erscheinung der Geschichte getretenen Utopie von dem Reich der Gerechtigkeit, in dem alle Menschen BrĂŒder sind. 1929 ist Der stumme Prophet geschrieben.Schon zu diesem Zeitpunkt ist fĂŒr Roth der Traum vom Aufgang des Reiches des groĂen Friedens erloschen. Das, was Friedrich Kargan, die Hauptfigur des Romans, erfĂ€hrt, ist nicht die normale Tragik des RevolutionĂ€rs, der als ein Kind der Revolution ihr Opfer wird, sondern die resignierende Einsicht in die Unmöglichkeit, durch die gewissenlose Anwendung revolutionĂ€rer Macht eine Welt zu schaffen, die schöner, edler und gerechter werden kann, als die alte war. Der SchlĂŒssel zum Paradies paĂt nicht in schmutzige HĂ€nde. Die historische Notwendigkeit, die Friedrich Kargan angebetet hat, enthĂŒllt sich als ein historisches Verbrechen am Humanen.